Wer hat die besten Schach-Statistiken?

Wer hat die besten Schach-Statistiken?

Chessminton - eine Kombinationssportart entwickelt sich Du liest Wer hat die besten Schach-Statistiken? 3 Minuten

Es gibt bestimmte Tools im Schach, die uns statistische Daten zur Verfügung stellen. Damit können wir unsere eigenen Stärken und Schwächen analysieren.  Auf diese Weise kann die Datenanalyse zur Spielstärkeverbesserung eingesetzt werden.  

Doch wer hat die besten Schach-Statistiken? In diesem Artikel werden einige Tools vorgestellt. 

1. chess.com 

Die Statistikdaten auf der Seite chess.com/insights sind sehr aussagekräftig. Unter Partien --> Partiephasen kann man z.B. ablesen, in welcher Partiephase man besonders häufig gewinnt oder verliert. Zudem kann man das Resultat sortiert nach Eröffnung ablesen. Wichtig ist jeweils, im Vorfeld einen möglichst aussagekräftigen Zeitraum anzugeben. 

In der Rubrik Partien --> Taktiken erfährt man, für welche Taktiken man bereits ein gutes Auge hat und welche Muster man regelmäßig übersieht. Darüber hinaus sind noch zahlreiche weitere Auswertungen möglich. 

Hilfreich: man kann die eigenen Statistiken auch ins Verhältnis zu anderen Spielern mit gleicher Spielstärke setzen, um die Aussagekraft zu erhöhen. 

2. lichess

Auch lichess bietet Statistiken aus eigenen Partien an. Man findet dies durch Klick auf den eigenen Namen, dann auf Profil und schließlich auf den blauen Kasten "Chess Insights". 

Die Funktionsweise der Statistiken erkennt man am besten, wenn man links z.B. auf die folgende Frage klickt: "What is the Win-Rate of my favourite openings as white?" In diesem Beispiel werden also die zwei Faktoren "Game result" und "Opening Variation" miteinander verknüpft.

Entsprechend kann man sich eigene Verknüpfungen mit anderen Faktoren erstellen. So intuitiv und umfassend wie bei chess.com sind die lichess-Statistiken nicht - im Gegenzug sind sie aber kostenlos. 

3. openingtree.com

Openingtree konzentiert sich rein auf die Frage "Erfolg nach Eröffnung", geht dabei aber noch tiefer in die jeweiligen Variantenbäume hinein. Zur Verbesserung taugt das Tool aufgrund dieser Eingrenzung nicht wirklich. Jedoch kann man sich mit Openingtree auf einen Gegner vorbereiten. Dazu gibt man den gewünschten chess.com- bzw. lichess-Namen ein und arbeitet sich durch dessen Eröffnungsvarianten. 

Konkret funktioniert dies durch Klick auf "Analyze games" und anschließend auf das unscheinbare Listensymbol neben dem Wort "User" (vgl. Screenshot). Dort bildet sich dann ein Baum der gespielten Eröffnungsvarianten inklusive prozentualer Erfolgswerte.

4. Chessmonitor

Ein kleines deutsches Startup namens Chessmonitor ist seit 2020 ebenfalls auf dem Feld der Schachstatistiken unterwegs. Inhaber ist Dr. Thomas Dondorf:

 

Anfang Juni überraschte Dondorf mit der Information, dass das Bundeswirtschaftsministerium ihm eine Förderung in Höhe von 100.000 € zukommen ließ. 

Um Chessmonitor zu nutzen, muss man der Seite zunächst Zugriff auf chess.com oder lichess gewähren. Anschließend geht man rechts oben auf "MyPage" und sieht eine Reihe von Statistiken, wie z.B. den Klassiker: Erfolgsquote nach Eröffnung. Interessant ist sicherlich auch die Auswertung nach Art des Partieendes, also Schachmatt, Aufgabe oder Ablauf der Uhr.

Insgesamt erscheinen die Statistiken aber bislang nicht so umfangreich wie die Insights von chess.com. Doch Thomas Dondorf hat angekündigt, seine Seite mithilfe der Fördergelder weiter auszubauen. Auf der Seite User Suggestions kann man aktuell sogar abstimmen, welche Features man zusätzlich haben möchte. 

FAZIT: 

Wer sich wirklich verbessern will, sollte sich einmal in Ruhe hinsetzen und seine eigenen Statistiken auswerten. Das beste Tool dazu ist aktuell chess.com, bei Chessmonitor bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten.

Die Erkenntnisse über Stärken und Problemfelder sollten dann Eingang in den eigenen Trainingsplan finden. 

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